Aktuelles aus dem Wahlkreis
Fr
20
Jan
2012
Eintritt in Pillnitz: Eine schwierige, aber richtige Entscheidung?
Ohne Zweifel, dies ist weder ein leichtes noch ein angenehmes Thema: die geplante Erhebung von Eintrittsgebühren in Pillnitz. Haben doch Schloss und Park eine große, regional übergreifende kulturelle Bedeutung. Lange Zeit stand auch ich den Plänen skeptisch gegenüber. Aber es gibt durchaus nachvollziehbare Gründe, diesen schwierigen Schritt zu gehen.
Die Anlage in Pillnitz ist ein Gesamtkunstwerk europäischen Ranges und eine der wichtigsten touristischen Attraktionen Sachsens. Doch gerade auch die Dresdnerinnen und Dresdner nutzen den Park zur täglichen Erholung. Seine Bewahrung und Pflege unter Berücksichtigung aller kulturellen, denkmalpflegerischen und historischen Aspekte ist Aufgabe des Eigentümers – des Staatsbetriebs Schlösser und Gärten (SBG). Dieser verwaltet über 40 Schlösser, Burgen, Parks und Klöster im ganzen Freistaat.
Der SBG ist aber ebenso den haushalterischen Gegebenheiten unterworfen, wie jede andere staatliche Einrichtung auch. Trotz dem wir in Sachsen eine solide Haushaltspolitik betrieben haben, ist angesichts der zu erwartenden Situation in den nächsten Jahren – Stichwort Abschmelzung Solidarpakt II – nicht mit einer Steigerung der Ausgaben zu rechnen. Auch der SBG wird nicht mehr Geld aus dem Landeshaushalt bekommen können. Er ist neben dem staatlichen Zuschuss auf Eigeneinnahmen – meist in Form von Eintrittsgeldern – angewiesen. Dies geschieht in vielen Sehenswürdigkeiten bereits seit Jahren, sei es beispielsweise im Barockschloss Rammenau, in Schloß und Park Lichtenwalde oder im Barockgarten Großsedlitz. Fragt man dort nach, wird eher Unverständnis geäußert, warum gerade das touristische Highlight Pillnitz bislang keinen Eintritt erhebt, obwohl die Kosten der Erhaltung erheblich sind.
Die wichtigste Aufgabe des SGB für Pillnitz ist vor allem die Pflege und der Erhalt der Anlagen in ihrer Gesamtheit. Doch genau dies wird durch Pflegerückstände, Vandalismus, zu starke Nutzung und Diebstahl von Pflanzen immer mehr gefährdet. Ohne zusätzliche Einnahmen über den Eintritt würde der Park weiter hinter die Qualitätsstandards vergleichbarer Gartenanlagen zurückfallen. Das bedeutet, dass auf neue Bepflanzungen verzichtet, Wege teilweise nicht mehr gepflegt und die Wasserspiele zeitweise abgestellt werden müssen. Mit den Einnahmen aus dem Eintritt für Pillnitz soll es zukünftig wieder möglich sein, mehr Gärtner im Park anzustellen und damit von einer bloßen Erhaltung des Ist-Zustandes hin zu einer Fortentwicklung der gesamten Anlage zu kommen. Vereinfacht gesagt, bekommt Pillnitz dann wieder die Pflege, die es verdient. Diesen zweckgerichteten Einsatz der Eintrittsgelder hat der SBG bereits zugesagt.
Ab April dieses Jahres sollen die Eintrittsgebühren erhoben werden. Diese sind in ihrer Höhe durchaus akzeptabel und im sachsenweiten Vergleich am unteren Ende der Skala angesiedelt. Mit den Gebühren beteiligen sich erstmals auch Touristen am Erhalt von Pillnitz. Gerade für die Dresdnerinnen und Dresdner ist die Jahreskarte von € 8,00 gedacht. Kinder bis zum vollendeten 17. Lebensjahr haben freien Eintritt. Zudem gibt es für Schüler, Studenten, Azubis, Schwerbehinderte und Arbeitslosengeldempfänger eine Ermäßigung von 50%. Hinzu kommen, besonders für Kulturfreunde, die Gültigkeit der Jahreskarte der Staatlichen Kunstsammlungen und der sachsenweiten Schlösserkarte.
Schloss und Park Pillnitz sind ein Kulturgut, auf das wir zu Recht stolz sein können. Dieses angemessen zu pflegen und für unsere Kinder und weitere Generationen zu bewahren, muss unsere Aufgabe sein. Auch wenn es keine leichte Entscheidung ist, hierfür Eintrittsgelder zu erheben, glaube ich doch, dass dies den Erhalt und die Weiterentwicklung von Pillnitz maßgeblich unterstützt. Ich werde meinen Beitrag mit dem Kauf einer Jahreskarte leisten und würde mich freuen, wenn dies möglichst viele Leser ebenso tun.
(Artikel aus der CDU-Zeitschrift "Die Dresdner Union", Ausgabe Februar 2012)
Di
23
Aug
2011
Perspektivwechsel: Ein Tag im Sozialzentrum Prohlis
Pflege ist ihre Berufung und ihr täglich Brot. Einen Tag lang durfte ich im Sozialzentrum Prohlis der AWO erfahren, was es bedeutet, in einem Pflegeberuf zu arbeiten.
Bereits zum zweiten Mal habe ich an der Aktion „Perspektivwechsel“ der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände teilgenommen. War ich im vergangenen Jahr in der Kita „Eschdorfer Knirpse“, so führte mich mein Weg dieses Mal nach Prohlis. [...]
Bereits seit 1991 engagieren sich Leiterin Rita Schawohl und ihre mittlerweile 38 Mitarbeiter für pflegebedürftige Menschen in Prohlis. Zunächst im Ambulatorium untergebracht, hat das Sozialzentrum seit 2004 seinen Sitz in der Herzberger Straße, direkt hinter dem Prohlis-Zentrum und ist dank dieser zentralen Lage für alle Prohliser gut zu erreichen.
Das Angebotsspektrum ist breitgefächert, das Sozialzentrum versteht sich und ist mehr als ein reiner Pflegedienst. Neben Pflegeleistungen und medizinischen Diensten hilft das Sozialzentrum unter anderem bei der Vermittlung von Ergotherapie, Physiotherapie und Tagespflege, berät zu Fragen der Pflegeversicherung und ist als mobiler sozialer Hilfsdienst unterwegs. Zudem kümmern sich zwei Sozialpädagoginnen um fast alle Anliegen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen.
Zeit für mich, die Perspektive zu wechseln und einen Blick hinter die Kulissen zu wagen. Zunächst erläuterte mir die Leiterin Funktion und Arbeitsweise des Sozialzentrums. Anschließend stellte sie mir meine heutige Tätigkeit vor - einen Tag in der geronto-psychiatrischen Tagespflege. Das Wortungetüm gebietet erstmal Respekt, ist aber recht einfach zu umschreiben: In der Tagespflege werden ältere Menschen, die an Demenz erkrankt sind, tagsüber betreut. Die Gäste sind vor allem solche Menschen, die noch in ihren Wohnungen selbstbestimmt leben können, häufig von Angehörigen liebevoll gepflegt werden und die in der Tagespflege die Möglichkeit zu einem strukturierten Tagesablauf mit vielfältigen Aktivitäten und Anreizen haben.
Für einen Demenzkranken ist vor allem eine klare und sich wiederholende Struktur wichtig. Entsprechend ist der Tagesablauf aufgebaut. Nach dem gemeinsamen Frühstück ging es - wie jeden Dienstag - zu einem Ausflug, diesmal in den Großen Garten. Alternativ wird an den anderen Tagen beispielsweise gemeinsam gekocht oder gebastelt. Das Mittagessen ist ebenso eine feste Konstante wie die gemeinsame Presseschau. Die Mitarbeiter bemühen sich dabei um ein Höchstmaß an individueller Betreuung und Förderung.
Ich habe großen Respekt vor dem Engagement im Sozialzentrum und speziell in der dortigen Tagespflege bekommen. Es ist mir deutlich geworden, wie wichtig gerade die Arbeit mit demenzkranken älteren Menschen ist. Durch individuelle Betreuung und Therapie ist es möglich, dass diese Menschen möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben können. Die ambulante Pflege des Sozialzentrums unterstützt dabei zusätzlich. Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft, in der erfreulicherweise auch die Lebenserwartung stetig steigt, wird sich zwangsläufig auch die Zahl der Demenzerkrankungen erhöhen. Es ist gut zu wissen, dass es nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Pflege Fachleute gibt, die auf diesem Gebiet spezialisiert sind.
Der „Perspektivwechsel“ hat auch 2011 seinen Zweck erfüllt. Ich konnte einen Tag in ein anderes Berufsfeld „reinschnuppern“ und habe viele neue Erkenntnisse, auch und gerade für meine politische Arbeit, mitnehmen können. Mein Dank gilt Rita Schawohl und ihrem Team für die herzliche Aufnahme und für ihr tagtägliches Engagement für die Menschen in und um Prohlis.
Di
03
Mai
2011
WM-Vorbereitung in Prohlis - Fußball mit dem US-Botschafter
Es sind noch knapp zwei Monate und dann begrüßt auch Dresden die Spielerinnen der Frauenfußball-WM 2011. Für die deutsche Nationalmannschaft geht es um die Verteidigung des Weltmeister-Titels. Härtester Konkurrent in diesem Kampf werden wohl die US-Damen sein. Beide Mannschaften halten den Rekord an Titeln, stehen in der ewigen WM-Tabelle auf den vordersten Plätzen und teilen auch sonst zahlreiche Auszeichnungen und Rekorde unter sich auf.
Momentan sind die US-Amerikanerinnen auf Werbetour, so auch am 3. Mai 2011 in Dresden. Gemeinsam mit US-Botschafter Philip D. Murphy besuchten die beiden ehemaligen Nationalspielerinnen Brianna Scurry und Amanda Cromwell die 121. Mittelschule in Prohlis. Dort coachten sie die Schülerinnen und Schüler, um bei ihnen nicht nur die Freude an Bewegung zu wecken, sondern auch, um sie für ein VIP-Freundschaftsspiel fit zu machen.
Nach zweimal fünfzehn Minuten siegten die Schüler schließlich mit einem knappen 4:3 über das Team um Botschafter Murphy, zu dem neben Generalkonsulin Katherine Brucker auch Sachsens Sportminister Prof. Dr. Roland Wöller, Dresdens Sportbürgermeister Winfried Lehmann, Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt und ich gehörten.
Dass neben dem sportlichen Aspekt auch der Spaß nicht zu kurz kam, dafür sorgte die Begeisterung in beiden Teams. Und, wer weiß, vielleicht war unter den Schülerinnen eine zukünftige Nationalspielerin dabei.
Do
07
Apr
2011
Neue Spielplätze in Leuben
Die Spielplätze in Leuben benötigen dringend eine Auffrischung
Leuben wandelt sich. Immer mehr junge Menschen ziehen in das Wohngebiet zwischen der Rottwerndorfer und der Robert-Berndt-Straße. Und immer mehr Kinder brauchen dort einen Platz zum Spielen und Toben. Für Jugendliche gibt es einen Bolzplatz an der Kadenstraße, der rege genutzt wird. Doch die Spielplätze für Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren sind in schlechtem Zustand.
Bereits im vergangenen Jahr haben mich zwei Väter des Wohngebietes bei einem Besuch im Kinder- und Familientreff MOSAIK auf die schwierige Situation für die kleinsten Leubener aufmerksam gemacht. In den Innenhöfen des Wohngebietes, das je hälftig der GAGFAH und der Wohnungsgenossenschaft Aufbau gehört, befinden sich etliche Spielplätze. Spielgeräte und Sandkästen sind jedoch so abgenutzt, dass dringender Handlungsbedarf besteht.
Die Spielplätze in Leuben benötigen dringend eine Auffrischung
Auf meine Initiative hin sollte nun ein Vor-Ort-Termin mit Anwohnern und Frau Eulitz, der zuständigen Vertreterin der GAGFAH, die Möglichkeiten der Neugestaltung der Spielplätze ausloten. Dabei machte Frau Eulitz deutlich, dass entsprechende Mittel von der GAGFAH zur Verfügung gestellt werden können. Bereits im Vorfeld hatten sich Eltern, Kinder und der Familientreff Gedanken darüber gemacht, welche Spielgeräte sie sich für ihr Wohngebiet wünschen und welche Spielplätze am dringendsten wiederhergestellt werden sollen. Die Wahl fiel schnell auf die Spielplätze an der Robert-Berndt-Straße, an der Neuendorfer Straße/Birgkwitzer Weg und auf Höhe der Rottwerndorfer Straße 40. Als Spielgeräte wurden vor allem Schaukeln und Wippen sowie Rutschen und Kletterburgen favorisiert.
Von Seiten des Vermieters wurde erste Zustimmung zu den Vorschlägen angezeigt sowie eine Prüfung versprochen. Dies stimmt zuversichtlich und es bleibt zu hoffen, dass möglichst bald neue Spielplätze für die Kinder entstehen. Das ist nicht zuletzt eine Verbesserung des Wohnumfeldes in Leuben. Ich werde an diesem Thema dran bleiben.
Fr
25
Mär
2011
Kuchenbasar für Japan
Die Bilder der Zerstörungen und des Leids nach dem schweren Erdbeben und dem ihm nachfolgenden Tsunami in Japan wurden in Deutschland leider allzu oft durch die Berichterstattung über das AKW in Fukushima überlagert. Für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Bühlau waren die Bilder aber so prägend, dass sie spontan und schnell helfen wollten.
Binnen von 24 Stunden organisierten die Schüler einen Kuchenbasar. Und so kam das Gymnasium am 25.03. in den Genuß leckerer selbstgebackener Kuchen und Muffins. Der komplette Erlös des Basars ging an die Dresdner Hilforganisation Arche Nova für ihren Einsatz im japanischen Erdbebengebiet. Auch Kultusminister Roland Wöller und ich konnten uns vom Engagement der Schüler überzeugen und mit dazu beitragen, dass insgesamt eine Spende von € 300 zusammen gekommen ist.
Mo
23
Aug
2010
Perspektivwechsel: Zu Gast bei den Eschdorfer Knirpsen
Perspektivwechsel ist eine Aktion der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände in Sachsen. Bereits zum zweiten Mal sollen Personen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft für einen Tag „die Seiten wechseln“ und Einblicke in die Tätigkeit sozialer Einrichtungen gewinnen.
Anläßlich dieser Aktion war ich für einen Tag zu Gast in der Kindertagesstätte „Eschdorfer Knirpse“ im Schönfelder Hochland. Die Einrichtung befindet sich in der Trägerschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes und hat 2006 einen modernen Neubau bezogen. Die KiTa bietet 15 Krippen- und 36 Kindergartenkindern Platz. Darin beinhaltet sind 4 integrative Plätze für Kinder mit geistigen Beeinträchtigungen. Besonders hervorzuheben an der Einrichtung ist das starke Engagement der Eltern und die enge Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Rossendorf, wodurch die Kinder schon früh an wissenschaftliche Zusammenhänge herangeführt werden.
Ich durchlief einen kompletten Tagesablauf – von 07:30 bis 16:00 Uhr. Los ging’s mit Frühstück und dem Morgenkreis, in dem die Kinder über ihre Wochenenderlebnisse berichteten. Der Vormittag gehörte den Krippenkindern, die zunächst im Außenbereich spielten. Anschließend stand Füttern, Wickeln und zum Mittagsschlaf ins Bett bringen auf dem Programm. Mittags und nachmittags stand ich einer Kindergartengruppe zur Verfügung – mit allem drum und dran.
Beeindruckt war ich von der Arbeit der Erzieher. Vor der Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe ich großen Respekt. Besonders begeistert war ich davon, dass trotz der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit jedem Kind ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Betreuung zuteil wird. Der integrative Ansatz funktioniert hervorragend. Für mich ist klar, dass gerade in der frühkindlichen und vorschulischen Bildung ein Schwerpunkt der zukünftigen Landespolitik liegen und der bisher mit dem Sächsischen Bildungsplan eingeschlagene Weg fortgesetzt werden muss.
Auch die Frage des Betreuungsschlüssels wird weiter in der Debatte sein. Die Erzieherinnen und Erzieher leisten „hinter den Kulissen“ ein deutliches Mehr an Arbeit, dass über die reine Betreuung der Kinder hinausgeht. Da werden Entwicklungsgespräche mit den Eltern vorbereitet, Bild-Portfolios von den Aktivitäten erstellt und jede Menge Schreibkram erledigt. Ein besserer Betreuungsschlüssel ist ohne Zweifel wünschenswert und würde dem Engagement der Mitarbeiter gerecht. Aber wir müssen immer die gesamte Haushaltslage im Blick behalten. Dort sind derzeit keine Spielräume erkennbar. Ich bin mir aber sicher, dass dieses Thema ganz vorn auf der Liste der wünschenswerten und notwendigen Initiativen steht.
Das Fazit des Perspektivwechsels ist durchweg positiv: Ich habe viele Eindrücke und Erfahrungen gewonnen, die mir einen guten Einblick in einen anderen Berufszweig ermöglichen. Dankbar bin ich der Leiterin und den Mitarbeitern der „Eschdorfer Knirpse“ für den freundlichen Empfang und die Begleitung über den ganzen Tag. Die Kinder haben mir auch die Möglichkeit gegeben, einen Tag die Politik etwas hinter mir zu lassen. Dafür bin ich besonders dankbar.
